Internationales Billard - Topteam NL

Aktualisiert (Sonntag, den 03. Januar 2010 um 02:40 Uhr) Geschrieben von: excellent Sonntag, den 03. Januar 2010 um 02:17 Uhr

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Lochem (billardnews) Erneut zeigte sich, dass die Männer von Bennie Deegens das Salz in der Suppe der niederländischen Topteam Ehrendivision sind. Nach durchaus ansehnlichen Partien der ersten Runde zeigte Cubri/Etikon, dass Billard auch eine Kunst sein kann -  dass es gespielt werden kann und nicht erarbeitet werden muss. Benötigten die Mitstreiter des Titelaspiranten in der ersten Runde 34 Aufnahmen für 450 Karambolagen, verbesserte sich die Qualität des Wettstreits nach dem Eintritt von Cubri/Etikon kontinuierlich auf gerade einmal 6 Aufnahmen.

Cadre71/2

Harry van den Boogaard (NL) – Koen Workel (NL)= 150:102/7

Der bedächtig zu Werk gehende vd Boogaard, der über eine blitzsaubere Technik verfügt, hatte es nicht besonders schwer, seinem jungen Gegenpart aus den Reihen der Gastgeber eine Lektion zu erteilen. Vom Anstoß an lag er in Führung und konnte den Nachwuchsspieler, der in Deutschland für den DBC spielt, ständig auf Distanz halten. Obwohl es keine herausragenden Spielereignisse gab, setzte sich vd Boogaard mit 2 Serien von 42 und 62 Points souverän ab.

Cadre47/2

Johan Devos (NL) – Robin Jonker (NL)= 200:82/8

Devos ist in der Liga nicht gerade als Abräumer bekannt und auch Robin Jonker gilt erst als Spätstarter. Immerhin aber hatte Jonker in Lelystad dem Weltklassespieler Tilleman die bisher einzige Niederlage verpasst. Insofern konnte man Einiges von dieser Partie erwarten. Was sich dann aber auf den Tischen zeigte, war nicht gerade von Weltklasseformat geprägt. Beide bemühten sich – nur Devos behielt den Überblick und gewann relativ ungefährdet gegen einen nicht kämpfenden Gegener.

Einband

Robbie Sonck (B) – Dave van Geel (NL)= 100:94/19

Sonck ist eigentlich nicht  als Bandenspezialist bekannt, während sich van Geel bereits einen guten Namen im Dreiband gemacht hat. Entsprechend hohe Erwartungen setzten die Zuschauer in dieses Match. Das allerdings begann recht mühsam. Die wirklich wichtigen Serien ereigneten sich in der letzten Hälfte der Partie.  Während Sonck mit kleinen Serien ständig punkten konnte, hatte van Geel  seine liebe Not mit Dessins und Material. Zum Schluss jedenfalls wurde es noch richtig spannend, als Sonck immer mehr schwächelte und van Geel in den letzten 2 Aufnahmen noch 43 Points machte. Leider hat es für den sympathischen Limburger nicht gereicht.

Cadre71/2

Harry van den Boogaard (NL) – Patrick Niessen (B)= 65:150/5

Beide Kontrahenten spielen das gleiche Queue: SB – Version Patrick Niessen (neueste Version). Aufgrund der Erkenntnis, dass gute Queues fast alleine spielen, blieb nur die Frage offen, für welches Queue sich der Billardgott dieses mal entscheiden würde --- und das sah anfänglich nicht unbedingt nacht dem belgischen Weltklassespieler aus. Während vd Boogaard sich wie ein Eichhörnchen mühte, produzierte Niessen anfänglich 2 Fehlaufnahmen und anschließend eine berauschende Serie von 1 Point. Dann allerdings wachte der belgische Riese auf: 49 Points, eine Fehlaufnahme und ein century-break (soll heißen 100 Points) führten zu einem ungefährdeten Sieg.

Cadre47/2

Johan Devos (NL) – Henry Tilleman (NL)= 119:200/4

Der Landwirt aus Dronten schien zunächst  nicht wirklich in Lochem zu sein. Während ihm sein Gegner 2 Serien von 40 und 65 Points vorlegte, wirkte der mehrfache Europameister abwesend und unkonzentriert. Erst nachdem sein Teamchef in der Nähe seines Billards Platz nahm – was er zuvor auch bei Niessen tat – spielte Tilleman groß auf. 2 Serien von 45 und 139 besiegelten das Ende seines Gegners.

Einband

Jean-Paul de Bruijn (NL) – Robbie Sonck (B)= 100:50/14

Dieses Spiel war eins von denen, die man besser noch einmal von vorn gesehen hätte. Insbesondere von dem Ex-Weltmeister waren viele Bälle zu sehen, die – auf deutsch gesagt – „press“ vorbei gelaufen sind. Viele Stellungen löste der Mann aus Zeeland nur deshalb nicht, weil den Tisch anhob, die physikalischen Gesetze kurzfristig aufgehoben waren oder was weiß Gott auch immer geschah.  Letztendlich entwickelte sich diese Partie zu eine solchen, die erst einmal gewonnen werden muss. Und das genau tat JPB – und auch das zeichnet ihn als einen Riesen in der Billardwelt aus.

Cadre71/2

Patrick Niessen (B) – Koen Workel (NL)= 150:44/2

Unglücklicherweise verlor Niessen den Ausstoß. Nicht wirklich enthusiastisch begann er sein Werk, musste sich aber nach gerade einmal 16 Points setzen. Workel übernahm auf einfache Fortsetzung und konnte im Anschluss sehr sicher 44 Points sammeln. Jetzt aber war das Ende der meisterlichen Geduld von Niessen erreicht. Schon bei Übernahme versammelt er die Bälle am Strich und gab ihnen nicht den Hauch einer Chance, wieder aus einander zu laufen. 134 Points waren das Ergebnis dieser Anstrengungen, Workel konnte im Nachstoß nur noch Fehlanzeige melden.

Cadre47/2

Robin Jonker (NL) – Henry Tilleman (NL)= 23:200/1

Über Tilleman gibt es eigentlich n nichts zu schreiben oder zu sagen, was nicht schon geschrieben oder gesagt worden wäre. Der Mann ist das Billardwunder schlechthin. Hatte er zunächst auf gleichem Tisch enorme Schwierigkeiten mit Tempo und Stellung, schien ihm jetzt das Wort „Schwierigkeit“ völlig fremd zu sein. Noch im Hinspiel hatte ihm sein jetziger Gegner die Punkte in der letzten Aufnahme abgeknöpft – dieses Mal aber ließ er seinem Gegner keine Chance. Nach dem Ausstoßen durfte Jonker, der früher beim BC Ravensburg tätig war, 23 Points machen, bevor der „beste Speler van die Wereld“ – wie mir ein Insider geheimnisvoll mitteilte – in Stellung ging um die restlichen 200 Points mal eben schnell zu machen.

Einband

Jean-Paul de Bruijn (NL) – Dave van Geel NL)= 100:7/3

De Bruijn hatte das schwierige Spiel der Hinrunde noch in Erinnerung  Er hatte zwar den Tisch gewechselt, mit dem er nicht ganz zufrieden war, konnte aber keineswegs sicher sein, das er gegen den mit Heimrecht spielenden van Geel erfolgreich sein würde. Dieser hatte kürzlich erst den Weltklassespieler Bongers geschlagen. Insofern war also alles offen. Der andere Tisch war aber wohl wie maßgeschnitten für den Ex-Weltmeister. Er begann nach dem Ausstoßen selbstverständlich selbst und konnte den Limburger gleich mit 30 Points beeindrucken. Van Geel  übernahm, ohne zu wissen, was jetzt auf ihn zukommen würde. Zunächst ließ er aus. JPB machte nur 4 Points. Van Geel gab sich Mühe und erzielte ebenso viele Points. Dann zeigte JPB, dass er nicht umsonst Weltmeister war. Mit intelligentem Spiel, das nicht in einer Sekunde auf Zufall aufgebaut war, spielte er eine Serie von 66 Points und verschaffte seinem Team einen 6:0 Sieg, der mit gerade einmal 6 Aufnahmen erzielt wurde.

Die Tabelle und die weiteren Ergebnisse:

 

Spelronde_07_0910

---exc